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Tanz in Rhythmus - Rhythmus in Tanz |
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DANKBARKEIT Ich fühle
einen Moment der Dankbarkeit |
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Auszug Aus Der
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Die Entstehung des Körperorakel-SpielsEs war im Februar 1994 in Kalifornien, als ich mit meinem Mann an einem strahlenden Sonntag einen Spaziergang am Strand machte. Wir philosophierten über Rhythmus und Bewegung, über Menschen und ihre Körper. Ich war der Meinung, daß unser Körper unser Zuhause sei, ein Ort, in dem unsere Seele und unser Geist lebe, genährt und gefordert werde. Mein Mann stimmte zu und meinte, daß dies Anerkennung brauche und wir dafür dankbar sein sollten. In diesem Moment tauchte zum ersten Mal der Gedanke in mir auf, daß ein Kartenspiel diesen Prozeß unterstützen könnte. Karten, die uns auf spielerische Weise in Kontakt mit unseren Körper bringen; ein Kartenspiel für unseren Tanz durchs Leben. Ein solches Spiel zu kreieren, war eine aufregende Idee und doch kam sie so überraschend, daß ich zunächst zögerte. Gleichzeitig fühlte ich einen starken Ruf und wie ich mich darauf einließ, war sogleich das Grundkonzept da: Unser Körper als Orakel. Über die Jahrhunderte nun haben Menschen die unterschiedlichsten Quellen als Zugang zur Weisheit von Orakeln genutzt: Steine, Münzen, Symbole und Gottheiten aller Art. Ich persönlich glaube, daß die Zeit reif ist, uns wieder auf dieses alte Wissen, unsere inner Weisheit zu besinnen. Hierbei den Körper als ein Orakel zu begreifen, als einen Ort, an dem wir etwas über uns selbst lernen, mag vielleicht eine neue Idee, aber eigentlich eine ganz selbstverständliche, denn unsere Entwicklung als menschliches Wesen beginnt mit userem Körper. Wir kommen zwar als abhängige Wesen auf dieser Welt, sind jedoch bereits beseelt mit unserem eigenen individuellem Licht. Jede Zelle in uns weiß wie sie wächst. Mit dem ersten Tag beginnt unser natürlicher Lernprozess. Unser Wissen formt sich aus Erfahrungen, die wir mit unseren Bewegungen und mittels unserer Sinnesorgane im Kontakt mit unserer Umwelt machen. Ich mag an dieser Stelle jeden dazu einladen, auf spielerische Weise mit dieser Art von Erfahrungssammlung fortzufahren. Das Körperorakel-Spiel ist eine einfache Möglichkeit, Bewegung und Rhythmus im Alltag einen wertvollen Platz einzuräumen und beides als starke, unterstützende Kräfte im Leben zu entdecken. Es war eine aufregende Zeit als ich Europa verließ, um in Kalifornien ein neues Leben zu beginnen. Ich versuchte es mir so angenehm wie möglich zu gestalten. In dieser Zeit großer persönlicher Veränderungen benötigte ich Führung und Unterstützung, die ich unter anderm im Tarot, I Ging und der Numerologie fand. Die größte Bedeutung hatte für mich jedoch das Tanzen, Trommeln und die Reflektion darüber. Ich suchte nach neuen Wegen mit anderen Menschen meine Erfahrungen zu teilen, daß Spiel, Tanz und Trommeln lebendiger Ausdruck meiner inneren, spirituellen Welt ist. Gleichzeitig wollte ich mit dieser Erfahrung meine Schüler im Tanz- und Rhythmusunterricht auf ihrem Weg begleiten und unterstützen. Die Gestaltung des Körperorakel-Spiels entfwickelte sich zu einem spannenden Prozeß. Zunächst suchte ich nach allen notwendigen Zutaten, einen Tanz zu gestalten. Ich entschied mich für verschiedene Körperbereiche, Lebenshaltungen, Basisbewegungen und Richtungen, Rhythmusarchetypen und die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer. Sogleich schrieb ich Worte wie Arme, Offenheit, Schwingen, Kreis, Luft, Off-beat usw. auf verschiedenfarbige Kärtchen um herauszufinden, inwieweit und auf welche Weise damit kreative Prozesse ausgelöst werden können. Ich machte zahlreiche Legungen Für mich selbst, mit Freunden und mit meinen Schülern im Unterricht. Alle, die an diesen Experimenten teilnahmen, waren begeistert von dieser Idee und bestärkten mich darin sie zu verwirklichen. Während der Erprobungsphase konnte ich mich davon überzeugen, daß die Karten tatsächlich wie ein Orakel funktionieren, wenn man dabei nach innen horcht, die verschiedenen Aspekte wahrnimmt, für sich interpretiert und in seinem Leben wirksam werden läßt. Häufig entwickeln sich aus den Legungen der Karten und unterstützt durch Dialoge mit anderen Mitspielern erstaunliche Zusammenhänge und neue Perspektiven. Es war immer wieder verblüffend, welch vielschichtige Bedeutung simple Wörter haben können, wenn sie in unterschiedlichen Kombinationen gelesen und interpretiert werden. Das Körperorakel-spiel war somit gebohren. Das Körperorakel sollte gleichzeitig eine gute Basis für das Studium der Grundprinzipien von Rhythmus und Bewegung bieten. Das hieß, daß die Reihenfolge der Karten von erheblicher Bedeutung war. Einige Karten, z.B. die Bewegungskarten, ließen sich leicht ordnen: rollen, krabbeln, hinausreichen, gehen, usw. Während andere, wie beispielsweise die Lebenskarten, mehrere Lösungsmöglichkeiten boten. Das Ordnen der verschiedenen Rubriken war ein längerer Prozess, der sich durch meine Erlebnisse mit vielen verschiedenen Legungen formte. Ich vertraute dabei auf meine Intuition, meine Lebeneinsichten und Erfahrungen im Tanz. Die Karten machten also einige Wandlungen durch. Die Rhythmuskarten waren eine ganz besondere Herausforderung: Sie schienen zu komplex zu sein. Mit Außnahme meiner Schüler wußte niemand so recht mit ihrem Inhalt etwas anzufangen. Das stimmte mich unzufrieden, denn die Welt des Rhythmus sollte jedem leicht zugänglich sein. Ich fand die Lösung in der Natur, denn alles in ihr drückt in gewisser Weise Rhythmus aus und schenkt uns damit Analogien zu musikalischem Rhythmus. Diese Kombination erlaubte eine Vielfält von Begriffen und Kombinationen, die uns auf unterschiedlichen Ebenen stimulieren können. Ich fühlte, wie sich das Körperoraklspiel-Spiel zu einer runden und vollständigen Arbeit gestaltete und alles, was ich bislang im Speziellen studiert hatte, plötzlich eine Einheit ergab: Bewegung, Tanz, Rhythmus, Trommeln und Therapie Die eigentliche Gestaltung der Karten hat mir besonders viel Freude bereitet. Gerade wie ich begann, mir über das Aussehen der Karten Gedanken zu machen, sagte ein Freund zu mir: "Wenn Du willst könnten die Karten so schön wie Juwelen werden." Das klang gut! Karten, die Juwelen gleichen und zum Spiel verführen! Ich sah sie in den klaren, vollen Farben des Regenbogens vor mir, so wie er mir in jener Zeit häufig erschien, als Symbol der Brücke, die es zwischen den vielen Welten zu bauen galt. Die fünf verschieden Symbole auf den Karten drücken meine Verbindung zu den verschiedenen Kulturkreisen aus, die auf mein Rhythmus- und Tanzstudium einen starken Einfluß genommen haben. Ich entlieh sie den graphischen Darstellungen der Indianer, der alten Ägypter, den Kelten und den altdeutschen Schriftzeichen. Da ich mir wünschte, daß Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprache gemeinsame Kartenlegungen durchführen, ließ ich den Text in mehreren Sprachen aufdrucken; neben Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch auch auf Koreanisch und Japanisch. Diesen beiden Kulturen verdanke ich im Hinblick auf meine Trommelkunst am meisten. Der gesamte Prozess der Entwicklung des Körperoraklspiel-Spiels machte mir sehr viel Freude , allerdings brauchte wesentlich länger als ich ursprünglich dachte. Rückblickend fühle ich mich daran erinnert, wie es mir beim Lernen des Trommelns erging. Es dauerte viel länger als ich glaubte bis ich mich rhythmisch frei ausdrücken konnte. Geduldig sein und mir meine Zeit nehmen war, was ich zu lernen hatte. Die Bedeutung von Zeit ist vielleicht die größte Entdeckung, die ich beim Studieren von Rhythmus machte: Die verschiedenen Möglichkeiten Zeit zu strukturieren und die unterschiedlichen Bedeutungen von Zeit in meinem Leben. Wann brauche ich ein Pause, wie schnell oder langsam bin ich in verschiedenen Situationen und wann fühle ich mich zufrieden mit der Weise wie ich meine Zeit einteile? Beim Lernen rhythmischer Bewegungen und beim Trommeln fand ich die Möglichkeit Zeit zu fühlen. Und dies hilft mir zu verstehen wie ich meine Zeit verbringe, was sich in einfachen Dingen reflektiert wie Essen, Begegnungen, in meiner Sexualität, in Gesprächen oder auch wenn ich alleine bin. Ich studierte Rhythmus durch den TaKeTiNa-Prozess, einer Methode, die Rhythmus durch den ganzen Körper vermittelt und von Reinhard Flatischler entwickelt wurde. Ich lebte, lernte und arbeitete mit Reinhard in der Zeit als TaKeTiNa in Europa Fuß faßte. Es wurde ganz besonders in Deutschland und in der Schweiz als ein wertvolles System anerkannt, Rhythmus, Trommeln und Rhythmustherapie zu studieren. Meine Studienzeit war ausgesprochen intensiv und hatte einen sehr klärenden und therapeutischen Effekt für mich. Ich glaube, daß Rhythmus, sowie Bewegung, an sich Therapie ist. Durch meine Vergangenheit als Tänzerin und Tanzlehrerin war es mir ein starkes Bedürfnis TaKeTiNa mit Bewegung und Trommeln mit Tanz zu verbinden. Seit ungefähr 1986 begann sich meine Arbeit Tanz in Rhythmus-Rhythmus in Tanz (TiRRiT) zu formen. Ich integrierte TaKeTiNa-Prinzipien auf eine freie, kreative und spielerische Art und Weise, so daß sie unsere innewohnende Tänzerin anregt. Diese Syntese ermöglicht es uns, Rhythmus auf sehr vielschichtige Weise zu verkörpern und es ist eine endlose Quelle für endlos neue Kombinationen von Bewegungen und Tänzen. Alles was es zunächst braucht ist ein Basisverständnis der Anwendung und Funktionen der Silben, mit denen Du die verschiedenen Rhythmen formst. Wenn Du dann mehr und mehr entdeckst wie Deine Stimme kunstvoll neue Bewegungskombinationen initieren kann, wird Dich dieser Prozess immer tiefer zu Deiner eigenen Musik führen. Das Körperorakel-Spiel stellt Dir dieses System vor und ermutigt Dich dazu, es auf kreative Weise zu benutzen. Das Schreiben dieses Buches war eine neue Herausforderung für mich. Bislang war Schreiben ausgesprochen hilfreich für meine persönlichen, therapeutischen Prozesse. Das Schreiben dieses Buches war allerdings eine ganz andere Geschichte. Die vielen Stunden am Computer waren begleitet von vielen Legungen der Karten, die mich gerade zur rechten Zeit aus meinem Stuhl raus und in die Bewegung hineinbrachten. Es ist nun mein Wunsch, daß dieses Buch Dir verhilft, Deine eigenen, kreativen Ideen zu finden. Wenn Du Dein eigenes Wissen und Deine eigenen Erfahrungen mit in die Legungen miteinbeziehst, wirst Du endlose Möglichkeiten finden, mit dem Körperorakel zu spielen. Es ist ganz besonders eine hilfreiche Ergänzung zu jeglicher körperlichen Aktivität. Laß die Vorschläge in diesem Buch Deine eigene Kreativität auf allen Ebenen stimulieren. Ganz gleich welcher Aspekt des Körperorakel-Spiels Dich am meisten interessiert, ich hoffe, daß jedesmal wenn Du eine Karte ziehst Du tiefer mit Deiner eigenen Weisheit in Kontakt kommst. Die 16 BewegungsreisenDie Bewegungsreisen lesen sich wie Gedichte mit Bewegungsanleitungen. Sie sind Beispiele dafür, wie alle Karten mit der gleichen Zahl in eine einfache Tanzabfolge verwoben werden können. Höchstwahrscheinlich wirst Du niemals fünf Karten mit der gleichen Zahl ziehen, aber diese Bewegungsreisen zeigen Dir, wie die Karten untereinander verbunden sind. Sie geben Dir Anregungen für die Bildung von Bewegungsreisen aus Deinen Legungen. Die fettgedruckten Wörter zeigen an, welche Karten Bestandteil der jeweiligen Bewegungsreise sind. Du kannst die Reisen lesen und Dich gleichzeitig dazu bewegen, oder sie von einem Freund oder einer Freundin vorlesen lassen. Ich schlage vor sehr langsam zu lesen, vielleicht sogar den einen oder anderen Abschnitt zu wiedeholen. Das Lesetempo sollte ganz von demjenigen bestimmt werden, der sich bewegt. Einige der Bewegungsreisen beinhalten rhythmische Grundkonzepte, die am Anfang komplexer erscheinen als sie eigentlich sind. Laß Dir Zeit damit. Falls Du manchmal aus dem Fluß gerätst, mach Dir bitte bewußt, daß Dich die Erfahrung des Rausfallens mit einem wesentlichen Aspekt von Rhythmus in Kontakt bringt. Nimm es als eine willkommene Gelegenheit wieder hineinzufinden. Diese Erfahrung ermöglicht Dir, in die Tiefe zu gehen und es stärkt Dein rhythmisches Ausdrucksvermögen. Nimm Dir in diesen Augenblicken den Raum, innerlich ruhiger zu werden und bleibe dabei in Bewegung. Behalte dabei Deine Schritte und vor allem das Sprechen bei. Falls es Dir in gewissen Momenten zu komplex erscheint, laß es sein und komme zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es Dich erneut lockt darauf zurück. Laß den Forscher in Dir immer lebendig sein. Wenn Du dabeibleibst, wirst Du mit der Zeit in den Rhythmustabschnitten mehr und mehr Fluß und Stabilität finden. Nimm aus den Bewegungsreisen das heraus, was Dich am meisten anspricht. Falls Dich ein Impuls in eine andere Bewegung führt, ist das völlig in Ordnung. Du kannst dabei nichts falsch machen. Bleibe achtsam dabei und genieße. Tanze frei und auf Deine ganz persönliche Weise! Du mußt dafür kein trainierter Tänzer sein. Jeder, der sich bewegen kann, kann auch tanzen, und die Bewegungsreisen sind für jedes Alter und jede körperliche Konstitution geeignet. Wesentlich ist dabei, das zu tun und zu akzeptieren, was möglich ist, und das zu lassen, was nicht möglich ist. Manchmal möchtest Du vielleicht etwas weglassen oder länger bei einem Teil bleiben, passe Deine Bewegungen ganz Deinen Möglichkeiten und Bedürfnissen an. Nach jeder Bewegungsreise findest Du jeweils eine kurze Beschreibung der Zahl und der dazugehörigen Karten. Diese können Deine eigenen Gedanken und Deine Interpretation der Legungen befruchten. Viel Spaß und gute Reise!
1. BEWEGUNGSREISE EINS Widme Dich
Deinen Füßen in aller Ehrlichkeit. Gehe ein
paar Schritte. Beobachte,
wie Deine Fußsohlen über den Boden rollen, Laß jeden Schritt zugleich sanft durch Deinen Körper fließen. Und dann
komme nach unten, tauche in die Erde hinein: Tanke Dich
auf mit der Kraft der Erde,
AUSKLANG Laß es
einfach ausklingen Ja, lege
Dich hin, entspanne Dich Die Stille |
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© 1997, 2004 |
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